Ute Richter
Claim

 

2011
Katalog mit einem Essay von Georg Seeßlen
"Wem gehört die Kunst?
Oder: Das Geheimnis des Kraken"
140 Seiten
Gestaltung Florian Lamm
ISBN 978-3-940426-92-5
Verbrecher Verlag Berlin

 

www.verbrecherei.de

www.lamm-kirch.com
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Kreuzer 07/2011

Ute Richter legt eine Materialsammlung vor – ein Essay des Kulturkritikers Georg Seeßlen inclusive

 

Von Tobias Prüwer

"Die Kunst gehört jemand, niemand und allen." – Die Ambivalenz, die Autor Georg Seeßlen den Künstlern attestiert, wird Ute Richter freuen. Denn es ist gerade das virulente Element, das Mehrdeutige und die von hinten oder aus der Kalten anspringende Kraft, die ihre künstlerischen Arbeiten ausmachen. Dabei ist die Frage, wie Kunst mehr als Ornament und Zierrat sein kann, ein zentrales Thema, das sie praktisch angeht. Kunst muss wirken, auf eine Weise widerständig sein, diese Überzeugung lässt sich herauslesen aus den Arbeiten der gebürtigen Dresdnerin, die seit 2005 in Leipzig lebt. ...

 

Kann man an Kunst vorbeigehen? Gewiss, aber so richtig kommt man an ihr nicht vorbei, meint jener vom Splatterfilm bis zum deutschen Zucker sattelfeste Könner des Essays. In seinem kundigen, leicht zugänglichen Text "Wem gehört die Kunst?" entwirft Georg Seeßlen ein Bild vom netzartigen mit allerlei Subjekten und Institutionen verstrickten Phänomen, das man Kunst nennt, und zeigt auf, was die Geschichte von Captain Nemo mit dem Kulturbetrieb zu tun hat.

20.000 Meilen unter dem Mehrwert: Kunst zielt demnach auf Möglichkeiten, eröffnet Spielräume und gefährdet in ihrer Ambivalenz auch immer die wohl- wie eingehegte soziale Ordnung. ...

 

Ein erhellendes Blättern, so könnte man die Bewegung beim Betrachten von "Claim" nennen. Oder mit Seeßlen: "Einem guten Kunstwerk sieht man den Zusammenhang an, aus dem es gerissen wurde."